Wie es ist ein Familienmitglied während des Auslandsjahres zu verlieren

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Wie es ist ein Familienmitglied während des Auslandsjahres zu verlieren

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In den USA

Vor ein paar Tagen ist mein Kater in Deutschland gestorben. Ich weiß, viele werden jetzt sagen "Es ist doch nur eine Katze, mach nicht so ein Drama daraus.", aber ich glaube es würde einem genauso gehen wenn man einen geliebten Menschen verliert.

Es ist schwer zu beschreiben wie es sich anfühlt, denn irgendwie realisiert man es gar nicht. Jeder sagt immer das sein Tier etwas besonderes ist aber unsere Katze Tieger war es wirklich. Wir haben ihn erst im Januar bekommen. Er war total abgemagert und sein Fell war zerfilzt, wir haben ihn allerdings wieder aufgepäppelt, so dass er eine richtig schöne Zeit hatte. Zumindest bis die Diagnose kam: Er hat Nierenversagen. Die Ärztin hat uns gleich gesagt, dass es ein Wunder ist, dass er noch lebt und dass er irgendwann an dieser Krankheit sterben wird. Ich war trotzdem fest davon überzeugt dass er noch da sein wird, wenn ich wieder da bin, da man es sich schlichtweg nicht anders vorstellen kann. Mit der Zeit ging es ihm immer schlechter und es war abzusehen, dass er bald sterben wird. Ich war wirklich kurz davor nach Hause zu fliegen, aber meine Familie hat mich davon überzeugt, es nicht zu machen. Als meine Mutter und Schwester dann noch einmal mit ihm zum Tierarzt gegangen sind, wollte diese ihn sofort einschläfern aber sie wollten bis zum Wochenende warten. Ich bin also aus der Schule gekommen und hab mit meinem Vater telefoniert. Wir haben dann beschlossen ihn am Samstag einschläfern zu lassen, damit ich dabei sein kann. Samstag war allerdings auch genau der Tag, an dem ich 3 Monate in den USA bin. Das Erste was ich am Samstag Morgen dann gemacht hab ist meine Familie anzurufen, aber sie mussten mir dann sagen, dass sie nicht auf mich warten konnten, da es ihm so schlecht ging. Ich konnte das von der ersten Sekunde an nachvollziehen und würde ihnen niemals Vorwürfe oder Ähnliches dafür machen. Es fühlt sich trotzdem immer noch komisch an, weil es einem so vorkommt als wenn er immer noch da ist. Ich weiß nicht warum, aber es hat sich auch irgendwie wie eine Erlösung angefühlt. Es hat mich total fertig gemacht, dass er so gelitten hat und ich hatte ihn vorher noch nie so gesehen. Er hat nichts gegessen, getrunken und saß nur in seiner Ecke. Ich glaube ich war einfach froh, dass er nicht mehr leiden musste und seinen Frieden gefunden hat. Wir werden dich, dein Schwanzwedeln und deine spezielle Art zu essen nie vergessen Tiegi. :)

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